Aktionen zum Erhalt der Ägyptologie an der Universität Hamburg

Mit dem Beschluss des Präsidenten Lüthje aus dem Jahre 2005, keine Hauptfachstudenten des Faches Ägyptologie mehr aufzunehmen, droht diesem traditionsreichen und renommierten Fach an der Universität Hamburg die akute Austrocknung.

 

Aus Mitarbeitern des Edfu-Projektes und Vorstandsmitgliedern des Forums Ägyptologie hat sich eine „Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Ägyptologie in Hamburg“ gebildet, um die Bemühungen zum Erhalt des Faches zu koordinieren:

 

  • Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sammeln seit Monaten Unterschriften. Mittlerweile haben mehr als 13.000 Hamburger und auswärtige Besucher unserer Veranstaltungen und der Ausstellung „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ mit ihrer Unterschrift den Erhalt der Ägyptologie in Hamburg gefordert. Als zehntausendster unterschrieb Dr. Zahi Hawass, Vizekulturminister Ägyptens und Generalsekretär des Supreme Council of Antiquities of Egypt.

 

  • Zahlreiche internationale und deutsche Ägyptologen haben in Schreiben an den Präsidenten der Universität ihr Unverständnis über die kalte Abschaffung des Faches zum Ausdruck gebracht.

 

  • „Ich habe mit Sorge vernommen, dass die Universität Hamburg das Fach Ägyptologie schließen will. Hamburg ist eine Stadt der Ägyptologie! Bitte lassen Sie nicht zu, dass es zu dieser Schließung kommt!“ Mit diesen Worten begann Dr. Zahi Hawass seinen Vortrag vom 26. März im CCH vor rund 1000 Zuhörern. Dass Hawass seinen ersten, überhaupt in Deutschland gehaltenen Vortrag mit diesen Worten einleitete, wirft kein gutes Licht auf die Universität Hamburg als „Tor zur Wissenschaft“.
zh

 

  • Bei Vorträgen im Völkerkundemuseum haben sich Frau Dr. Friederike Seyfried, die neue Direktorin des Ägyptischen Museums in Berlin, Herr Dr. Christian Loeben, der Kustos der ägyptischen Sammlung am Museum August Kestner in Hannover und Dr. Jaromir Malek, der Leiter des Griffith Institute in Oxford öffentlich vehement für die Fortführung der Ägyptologie in Hamburg ausgesprochen.

 

  • Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Geheimnisvolles Ägypten mit Photos von Sandro Vannini im Völkerkundemuseum bedauerte der Museumsdirektor, Prof. Dr. Wulf Köpke, dass das Museum bald die einzige mit Ägypten befasste Institution in Hamburg sein würde. Er habe bei der Aufarbeitung seiner Sammlung immer auf Ägyptologen der Universität zurückgreifen können, was in Zukunft nicht mehr möglich sei. Ausdrücklich begrüßte Köpke die während der Eröffnung laufende Unterschriftensammlung, die durch die „Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Ägyptologie in Hamburg“ am Eingang und im Foyer des Museums durchgeführt wurde.



  • Bereits am 24.11.2008 veröffentlichte Die WELT anlässlich des Erscheinens eines bahnbrechenden ägyptologischen Standardwerkes aus Hamburg einen ersten Artikel, in welchem auch auf die Irrationalität der Schließung des Faches eingegangen wurde.

 

  • Auf zahlreichen Plattformen ist über die Schließung des Faches diskutiert worden. Ein Beispiel hierfür sei auf folgenden Threat verwiesen, in dem es heißt:
"...Dies ist umso verwunderlicher, als die Vertreter des Faches als einzige eine Evaluierung ihres Faches angeboten haben, während sich sämtliche anderen Fächer der Fakultät wohlweislich um eine solche Evaluierung herumdrücken.
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg der letzte Studienstandort dieses Faches in Norddeutschland ist - kein Argument für die Universität!
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg internationalen Ruf genießt und Studenten und Dozenten aus aller Welt anlockt - kein Argument für die Universität!
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg fachintern international als Kompetenzzentrum angesehen wird - kein Argument für die Universität!
Fakt ist, daß die Ägyptologie Hamburg im Laufe der letzten Jahre Drittmittel in Millionenhöhe eingeworben hat - kein Argument für die Universität!
Machen wir uns nichts vor - diese Universität (und ihre Präsidentin) hat in keinster Weise Interesse daran, die Fächervielfalt aufrecht zu erhalten."

 

  • Am 29.03.2010 veröffentlichte der Hamburg Express einen Artikel zur Schließung des Faches.

 

 

  • Am 23.04.2010 veröffentlichte die Hamburger Morgenpost einen Artikel zur Schließung der Ägyptologie.

 

  • Am 07.05.2010 veröffentlichte Dr. Zahi Hawass in der führenden arabischen internationalen Tageszeitung Asharq Alawsat einen Artikel zur Schließung des Faches in Hamburg. Dort heißt es u.a.: 'Für mich liegt die Bedeutung Hamburgs in der Tatsache, dass seine Universität die Heimat des bedeutendsten Ägyptologiestandortes nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas ist.'

 

  • Am 25.05.2010 veröffentlichte das Hamburger Abendblatt einen Artikel zur Photo-Ausstellung Sandro Vanninis im Völkerkundemuseum, in welchem auch auf die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Interesse am Alten Ägypten und der sinnentleerten Entscheidung der Universitätsleitung verwiesen wird.

 

  • Am 28.05.2010 sendete das Fernsehen auf NDR3 im Hamburg Magazin einen mehrminütigen Beitrag zur Schließung des Faches.

 

  • Am 28.05.2010 veröffentlichte Heritage Key einen längeren Artikel zur Schließung des Faches.

 

  • Am 28.06.2010 veröffentlicht Die WELT einen weiteren Artikel zur Schließung des Faches.

 

  • Am 23.07.2010 veröffentlichte Die WELT einen Leserbrief, in dem auf die Verweigerungshaltung verwiesen wurde, mit welcher Herr Lenzen als Präsident der Universität Hamburg Gesprächen zur Zukunft des Faches aus dem Weg geht. Des weiteren wurde der Stadt Hamburg generell geraten, ihre Finanzierung für eine Universität zu überdenken, die mit der derzeitigen Einstellung immer drittklassig sein wird.

 

  • Am 30.08.2010 veröffentlichte Die WELT einen weiteren Artikel, in dem nach der erfolgreichen Tutanchamun-Ausstellung mit mehr als 450.000 Besuchern allein in Hamburg auf die Diskrepanz zwischen Öffentlichkeitsinteresse und der fehlerhaften und realitätsfremden Universitätsplanung hingewiesen wurde.

 

  • Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Ägyptologie in Hamburg“ bemühen sich zur Zeit um einen Termin bei unserem neuen Universitätspräsidenten, Herrn Prof. Dr. Lenzen, um mit ihm über die Zukunft des Faches zu sprechen.

 

VK

Aktualisiert (Montag, den 30. August 2010 um 15:01 Uhr)