Die Ägyptologie Hamburg soll geschlossen werden!

Lenzen

 

  • Über 12.000 Protestunterschriften von Hamburger Bürgern
  • Zahlreiche Bittbriefe aus aller Welt
  • Fernsehberichte
  • Zeitungsartikel im In- und Ausland
  • Online-Diskussionen
  • Fürsprache durch den Vizekulturminister Ägyptens

 

Und Herr Lenzen will nicht einmal darüber reden…

 

 

Offener Brief an den Präsidenten der Universität Hamburg,

Herrn Prof. Dr. Dieter Lenzen

 

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Lenzen,

 

mit Befremden haben wir Ihre Stellungnahme in der Welt vom 28. Juni 2010 zur Kenntnis genommen, in der es wörtlich heißt: „Auch wenn die Universität Hamburg die Fächervielfalt in den Geisteswissenschaften als eine ihrer Stärken ansieht, ist eine Revision des Struktur- und Entwicklungsplans aus Gründen der allgemeinen Finanz- und Haushaltssituation nicht möglich.“ Abgesehen davon, dass Fehlentscheidungen stets revidierbar sind, fragt man sich, welcher inhaltlich-logische Zusammenhang zwischen der Wertschätzung der Vielfalt geisteswissenschaftlicher Fächer und deren Abschaffung bestehen soll. Wir sehen das eher als einen Widerspruch. Die Weiterführung einer einzigen Professorenstelle zum Erhalt der Hamburger Ägyptologie mit ihrem international erstklassigen Ruf stellt angesichts des universitären Gesamthaushaltes weniger als Peanuts dar, so dass die allgemeine Finanzsituation nicht als Argument bemüht werden kann.

Bei der Ägyptologie handelt es sich im übrigen nicht um ein beliebiges Steinchen in einem bunten Kaleidoskop namens „Fächervielfalt“, sondern um ein eng mit Nachbardisziplinen verwobenes, geistesgeschichtliches Grundlagenfach, das Relevanz für unseren eigenen, den nahöstlichen und den afrikanischen Kulturraum beanspruchen darf. Schon allein aus Gründen der Fächersystematik sollte einer Fakultät und einem Universitätspräsidenten der Erhalt eines solchen Faches mehr Bemühen abverlangen als ein reines Lippenbekenntnis. Zumal uns der Wortlaut Ihrer Stellungnahme sehr an das Standardschreiben erinnert, das Sie freundlicherweise besorgten Fachvertretern des In- und Auslands zukommen ließen und in dem es heißt: „Ich darf Ihnen versichern, dass die Universität Hamburg die Fächervielfalt gerade auch in den Geisteswissenschaften als eine ihrer Stärken ansieht.“

Trotz seit Monaten laufender, mehrfacher Anfrage des letzten Fachvertreters haben Sie bislang keine Zeit für ein Gespräch erübrigen können. Damit scheint Ihr Bekenntnis zur Fächervielfalt ungefähr den Gehalt zu besitzen, den man vom Bekenntnis eines Fünfzehnjährigen zur ewigen Liebe erwarten darf.

Mit freundlichen Grüßen

 

Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Ägyptologie in Hamburg

Dr. Ruth Brech, Dr. Andreas Effland, Dr. Martin von Falck, Dr. Jan-Peter Graeff, Günther Käding, Prof. Dr. Dieter Kurth


Resolution

der Ständigen Ägyptologenkonferenz 2010

 

 

 

An den Präsidenten der Universität Hamburg, Professor Dr. Dieter Lenzen,

an den Fakultätsrat der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg,

 

 

 

Wir, die Vertreter der deutschsprachigen Ägyptologie haben anlässlich der Ständigen Ägyptologenkonferenz (SÄK) in Bonn vom 16. – 18. Juli 2010 mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass die Universität Hamburg weiterhin daran festhält, das Fach Ägyptologie als studierbares Fach nicht mehr anzubieten. Diese Entscheidung ist abwegig,

 

- weil die Ägyptologie mit zahlreichen, an der Universität Hamburg weiterhin studierbaren Fächern wie z.B. der Afrikanistik, Äthiopistik, Alten Geschichte, Klassischen Archäologie, Religionswissenschaft und Theologie inhaltlich eng vernetzt ist.

 

- weil die Ägyptologie in Hamburg einen guten internationalen Ruf genießt und die Basis großer Forschungsvorhaben darstellte und weiterhin darstellen kann.

 

Wir fordern Sie daher nachdrücklich auf, das Fach Ägyptologie an der Universität Hamburg weiterhin als Studienfach anzubieten und die Beschlüsse, die zur Einstellung des Studiengangs getroffen wurden, rückgängig zu machen.

 

 

 

angenommen durch die Vollversammlung am 18. Juli 2010